im nu waren wir mit dem superexpressshinkansen in kyoto. gleich ums eck das naechste ryokan! alles tipptopp geplant. sogar mit internet und verlaengerter sperrstunde (jahreswechsel).
dazu muss man sagen dass der jahreswechsel der groesste feiertag in japan ist. frueher auch wie das koreanische und das chinesische neujahr nach dem luna-kalender gefeiert, wurde es 1873 aber auf den 1. jaenner festgelegt und folgt somit dem greorianischen kalender. also riesen familienfest (danach wurde unter anderem auch unsere route gewaehlt, weil alles was familie hat zur familie faehrt und die transportsysteme dementsprechend ueberlastet sind) und wir mittendrin. traditionellerweise geht man zu silvester in einen tempel, holt sich alles glueck ab, noch dazu eine brennende schnur mit der man dann das feuer zur zubereitung des ersten mahls im neuen jahr entzuenden muss und ein paar sakes und fertig. hoert sich relativ traditionell an, zu unserem erstaunen sollten sich alle altersschichten im gedraenge tummeln. wir beinahe nicht, weil wir in unser fischdinner vertieft voellig die zeit uebersahen. dort wussten wir weder was es gibt, noch wieviel das kostete, nur chicken gabs keins im fischrestaurant. gut gemacht!wir einigten uns mit der besitzerin auf tempura (frittierter geschmischter fisch), sashimi (roher fisch) und fischsuppe. zwischen jedem gang wurde uns ein gang service serviert ;) zwischensashimi, miso, sake... jedenfalls koennt ihr euch jetzt vielleicht vorstellen warum wir beinahe den jahreswechsel verpasst haben und somit viel zu spaet in einer viel zu langen schlange vor dem tempel standen. wir nutzten jede ;) gelegenheit um weiter nach vorne zu kommen und hatten es kurz nach 1 auch geschafft!!! geld werfen, verbeugen, schnur anzuenden, taxi abfackeln. und wir waren schon wieder zuhause... am 1. tag des jahres kommen alle familien mit traditioneller kleidung also kimono mit holzpantoffeln in die tempel. dort gibts dann koestliches zuckerwasser und feierliche atmosphaere. die stadt ausserhalb der tempelanlagen war beinahe menschenleer – wunderschoene altstadt im viertel gion. am letzen tag und somit auch tag unserer 'heim'reise leisteten wir uns noch touriprogramm vom feinsten. der goldene pavillon, die meistfotographierte sehenswuerdigkeit japans, wenn man den verpasst ist das vergleichbar mit einer sydneyreise ohne die oper zu sehen. 1950 wurde er zwar von einem 21 jaehrigen moench niedergebrannt, aber das kann jeder selbst nachlesen. unser letztes ziel war der beruehmteste zen garten japans im ryoan ji (tempel des zur ruhe gekommenen drachen). im garten sind 15 steine scheinbar willkuerlich verteilt, wobei niemals alle steine von einem standpunkt aus erfasst werden koennen. sollte man das schaffen, so ist man erleuchtet. leider mussten wir enttaeuscht wieder weiter…
busfahrt zum bahnhof, zugfahrt zum flughafen und ab die post zusrueck nach seoul. hoert sich relativ einfach an. der busfahrer hatte anscheinend gerade eine korrektheitsschulung hinter sich, er stellte bei jedem auch noch so kurzen halt den motor ab, berichtete dies alles und noch viel mehr zusaetzlich zur gewohnten durchsage ueber sein headset und brachte uns damit immer mehr zur verzweiflung. zu allem ueberfluss waren die strassen 2 stationen vor unserem ziel - der endstation - auch noch voellig verstopft. nach 5 gruenen ampeln und 5 cm raumgewinn beschlossen wir auszusteigen und zu fuss zum bahnhof zu laufen (leichte zeitprobleme). also fragten gudi und sandra mal beim chauffeur hoeflich nach. ‚please wait for the next station‘ – hmpf… das geht sich nimma aus!!! christina eilt zur hilfe und will wirklich raus hier!!! ‚please wait until the next station‘. der letze ausweg: thomas mit angeblich leicht erhobener stimme: let us out now! eine kleine durchsage – wie gewohnt und tschhhhhhhhhhhhh, die tueren oeffen sich, raus in die freiheit. hier scheinen sich die strengen regeln einer so geordneten gesellschafft ein wenig zu raechen. nach uns auslaendern ist naemlich noch der halbe bus in die freiheit gestuermt…
und gaben wir knapp am verhungen unsere genau eingeteilten yen fuer wasser und reis aus und das abenteuer japan war fuers erste beendet.
ein wirklich wunderschoenes sehr sehr interessantes land, das sicherlich wieder mit uns rechnen muss…
26. Januar 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen